Die Drina- Perle des Balkans
Die Anreise nach Serbien per Auto ist lang und 5 Grenzübergänge muss man hinter sich bringen.
Hier im Groben die Anfahrtsroute: Schweiz- Italien (Venedig, Triest), Italien- Slowenien, Slowenien- Kroatien, Kroatien- Bosnien- Herzegowina, Bosnien- Herzegowina- Serbien. Für die mehr als 1200km benötigt man mindestens 15 Stunden. Am besten reist man nachts, da man zügiger vorankommt als tags und der Grossteil der Strecke aus gut ausgebauten Autobahnen besteht.
Für die Anreise brauchten wir unglaubliche 19 Stunden; in Italien steckten wir im Stau, in Kroatien gerieten wir in ein schweres Unwetter, in Bosnien- Herzegowina verfuhren wir uns, weil wir mehr auf die durchlöcherten Fassaden der Häuser, als auf die Strasse achteten.
Achtung: Für die Einreise nach Serbien benötigt man eine sogenannte „Greencard“, die man bei der Autoversicherung anfordern kann.
Traumhafte Fliegen Strecke

Der Fluss
Der Grenzfluss Drina mit seinem schnapsklaren Wasser ist die Lebensader einer ganzen Region. Die Drina bewässert die Felder der Bauern, dient als riesiges Schwimmbecken und nicht zuletzt als Tummelplatz der Döbel, Äschen, Forellen und Huchen und derer, die diesen Fischen nachstellen.
Übersicht (Quelle Google Earth)

Der unbestrittene König
Der unbestrittene König der Drina ist der Huchen. Ihn zu fangen stand zuoberst auf unserer Liste. Doch es klappte nicht, diesen Giganten an Land zu ziehen. Nicht umsonst nennt man den Huchen den Fisch der 1000 Würfe... Spät abends oder früh morgens begibt man sich auf Huchenpirsch. Kein Huchen wollte einen ihm angebotenen Streamer nehmen. Hier befischt man diesen «Inlandlachs» seit langem mit Wobbler und Silikonköder. Immerhin konnten wir ein paar gefangene Exemplare bestaunen- das größte wog nur um die 8kg und maß an die 85cm. Das sind in der Tat bescheidene Masse für einen Fisch, der ein Gewicht von an die 40kg und eine Länge von über 120cm erreichen kann, wenn man ihn lässt.
Huchen, ca. 8kg und 85cm

Für uns die Äschen...

Uns blieben ja noch die Äschen. Von der heimischen Bachforelle haben wir nicht viel gesehen. Da die Äschen oft nur auf der bosnischen Seite zu steigen pflegten, weil die Drina dort am tiefsten ist, mussten wir weit in den Fluss hineinwaten. Aber die Drina gab auch die Äschen nicht widerstandslos frei: Anspruchsvolles Deep Wading und weite Würfe bei der Äschenfischerei mit der Trockenflieg sind die Regel. Hier musste allen voran ich Lehrgeld bezahlen, da mir die Wathosen einige Male voll liefen. Auch kam ich mit dem zaghaften Bissverhalten der Äschen nicht gut zurecht. Immerhin landeten die anderen ein paar schöne Äschen.
Außerdem soll die beste Zeit für die Fischerei auf Äschen im Juni und in den Wintermonaten liegen, habe ich mir sagen lassen. .
Tiefes Waten und lange Würfe

Fazit
Würde man diesen Fischertrip rein aus Sicht der Fischfangzahlen betrachten, wäre er als nicht allzu erfolgreich einzustufen. Aber das ist mir zu eindimensional. Die Menschen in Serbien sind sehr warm- und offenherzig, freigebig und entspannt. Das Essen besteht hauptsächlich aus Fleisch, Kartoffeln und Tomaten (die besten, die ich je hatte) und das Bier (Jelen Pivo) ist vorzüglich. Nicht zu vergessen die Serbinnen, die groß, schlank und gut aussehend sind, leider aber, wie viele Serben, kaum Deutsch oder Englisch sprechen.
Die Drina ist längst nicht das einzige potente Gewässer in der Umgebung. Es gibt zahlreiche Bäche im Umkreis von 100km, die einen tollen Fischbestand aufweisen. Grosse Forellen auf Trockenfliege sind keine Seltenheit.
Wenn ich nächstes Mal in Serbien auftauche, schaue ich mir mit Sicherheit den Nationalpark Tara an. Hier findet sich nach dem Grand Canyon die zweitlängste Schlucht der Erde.
Links
Infos zur Lodge
World Trout Initiative®
Balkan Trout Restoration Group
National Park Tara
Danke an Men Duri Dolf für diesen Bericht.
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